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Die Privatversicherung in Deutschland muss auch im Alter nicht unbezahlbar sein

Ob eine private Versicherung im Alter bezahlbar bleibt, ist ein oft diskutiertes Thema. Fakt ist, dass die Beiträge in den letzten Jahren immer wieder gestiegen sind. Zudem wird es in Zukunft in Deutschland mehr Versicherte geben, die bereits in Rente sind. Das heißt aber nicht zwingend, dass Ihr Tarif im Alter nicht mehr bezahlbar sein wird. Einige neuere Studien haben sogar ergeben, dass viele ältere Versicherte zur Zeit weniger statt mehr bezahlen.

In jedem Fall treffen private Versicherer seit Jahren Vorsorge, um das Steigen von Tarifen in Grenzen zu halten:

  • Es werden Rückstellungen für das gebildet. Die Zinsen, die auf diese anfallen, können zum größten Teil ebenfalls für Rücklagen genutzt werden.
  • Alle Kunden, die sich nach dem Jahr 2000 für eine private Versicherung entschieden haben, zahlen zusätzlich einen Aufschlag von 10 Prozent auf Ihren Tarif. Dieser wird den Altersrückstellungen hinzugefügt.

Davon abgesehen stehen Ihnen selbst Möglichkeiten offen, um Kosten zu sparen:

  • Sie können in den Basistarif wechseln. Dieser muss seit 2009 von privaten Krankenversicherungen angeboten werden. Seine Höhe ist auf die Beitragsbemessungsgrenze begrenzt. Ob viele Versicherte dabei billiger wegkommen, ist jedoch fraglich. In der Regel setzen Versicherungen die Höhe des Tarifs nämlich an der maximalen Grenze an. Damit ist ein Basistarif im Vergleich nicht unbedingt als günstig zu bezeichnen.
  • Sie können zu einer anderen Versicherung wechseln. Wenn Sie noch jünger sind, kann sich das lohnen. Im Alter ist ein solcher Wechsel nur für wenig Versicherte vielversprechend. Zwar können viele Kunden mittlerweile ihre Altersrückstellungen mitnehmen. Aber für den neuen Tarif in der neuen Versicherung wird Ihr gestiegenes Alter zugrunde gelegt und Sie müssen erneut eine Gesundheitsprüfung ablegen.
  • Die beste Option ist meist ein Wechsel in einen anderen Tarif Ihres Anbieters. Viele Versicherte wissen nicht, dass Sie darauf sogar ein Anrecht haben. Ihre Versicherung muss Ihnen zu jeder Zeit einen günstigeren Tarif mit vergleichbaren Leistungen anbieten. Wenn sie in dieser Hinsicht zögert, liegt das daran, dass das Unternehmen durch einen solchen Wechsel oft Geld verliert. Deshalb versuchen einige Anbieter, Versicherte von diesem Schritt abzubringen, indem Sie zum Beispiel erklären, günstigere Tarife seien nur für bestimmte Jahrgänge verfügbar. Bleiben Sie in diesem Fall beharrlich und lassen Sie sich beraten. Oft können Sie durch diesen Schritt bis zu 50 Prozent der Kosten sparen, ohne spürbare Einbußen bei den Leistungen hinnehmen zu müssen. Sie müssen auch nur eine Gesundheitsprüfung absolvieren, wenn der neue Tarif Mehrleistungen im Vergleich mit Ihrem alten enthält, und auch dann nur für die betreffenden Bereiche.

Übermäßig hohe Tarife im Alter sind also nicht in jedem Fall zwingend. Wichtig ist aber, schon bei der Wahl eines Anbieters langfristig zu denken. Manche Vergleiche berücksichtigen die Finanzkraft einer Versicherung. Diese ist mit ausschlaggebend dafür, wie sich Tarife in Zukunft entwickeln könnten. Denn je besser ein Anbieter finanziell gestellt ist desto leichter kann er Steigerungen des Tarifs abfedern. Ebenso lohnt sich ein Blick darauf, ob und wie sich die Höhe der Beiträge in der Vergangenheit verändert hat. Dies lässt in vielen Fällen Rückschlüsse auf die Zukunft zu.

Übrigens: Oft findet in Debatten zu diesem Thema keine Erwähnung, dass auch die Beiträge für die GKV steigen. Wenn Sie mehr erfahren möchten, beraten wir Sie sehr gerne zu dem Thema!